Mal etwas Neues: Statt wie viele andere zum Neujahrsempfang, lud die Kreis-FDP am Sonnabend zum „Frühlingsempfang“ in den Seehof nach Ratzeburg. Die 85 Gäste erwarteten gespannt einen Gastredner, der in den Tagen zuvor die Schlagzeilen beherrscht hatte: Wolfgang Kubicki, der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag.
Mit Blick auf den vereisten Küchensee zitierte sie Goethe: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche … im Tale grünet Hoffnungsglück“. So wie die Seen im Lauenburgischen am Frühjahrsanfang noch nicht vom Eise befreit seien, so sei auch im politischen Berlin das Eis noch nicht geschmolzen. Doch die Haushaltsdebatte habe gezeigt, dass die christlich-liberale Koalition beginne zusammenzuwachsen. Allerdings, so Happach-Kasan, „ Das Störfeuer aus München offenbart eine schlechte Debattenkultur der CSU, die widersprechende Vorstellungen diffamiert, statt sich mit ihnen ernsthaft auseinanderzusetzen.“
Wolfgang Kubicki nahm das Thema gern auf: „Zwar unter der Gürtellinie, aber angesichts der permanenten Angriffe aus der bayrischen Landeshauptstadt dringend nötig“, begründete er sein vieldiskutiertes Interview, in dem er besonders Ministerpräsident Seehofer attackiert hatte. Damit hatte er offenbar die Gemütslage der Gäste in Ratzeburg getroffen.
Wesentlich reibungsloser dagegen arbeite die CDU-FDP Koalition in Kiel. Sorgen machte den Liberalen die hohe Belastung von Schülern, die das Abitur in acht Jahren anstreben (das so genannte G8). "Die Gewerkschaften haben mal die 35-Stunden Woche gefordert. Wer fordert vergleichbares für unsere Schülerinnen und Schüler? Ich erfahre immer wieder von Schülern, die noch stärker belastet sind, spät nachmittags nach Hause kommen und kaum am Sport oder Gemeinschaftsleben teilnehmen. Wir wollen deshalb den Gymnasien ermöglichen, wahlweise auch das Abitur nach 9 Jahren anzubieten. Gerade im ländlichen Raum mit längeren Fahrtzeiten darf G 8 nicht durchgeboxt werden.“
Für den Frühsommer kündigte Kubicki ein Gesamtkonzept an, das bis 2020 einen Haushalt ohne neue Schulden ermöglichen soll. Der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Dieter Ruhland, mahnte: „Unsere Dörfer und Städte kommen allein nicht aus der Schuldenfalle.
Es muss aufhören, dass in Kiel und Berlin Wohltaten beschlossen werden, die dann in Schwarzenbek, Geesthacht oder Lauenburg bezahlt werden müssen. Kubicki nahm die Mahnung auf und versprach: „Alles wird gut. Die FDP regiert.“



Frühlingsempfang von FDP-Kreisvorstand und FDP-Kreistagsfraktion Am Sonnabend, dem 20. März im Ratzeburger Seehof 