So einen prominenten Besuch bekommt der Sprachkurs des Gymnasium Wentorf nicht oft: Auf Einladung des Lehrers Herbert Ahlers war die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan am vergangenen Dienstag auf Stippvisite. Begleitet wurde sie von der IPS-Stipendiatin Dace Kazaka aus Riga in Lettland. Diese hospitiert im Rahmen des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) gegenwärtig im Bundestagsbüro der Agrarexpertin Happach-Kasan. Die 25-jährige Lettin berichtete über die Situation von Minderheiten in ihrem Land und auch über die Besonderheiten der lettischen Sprache. "Lettland hat zwar weniger Einwohner als Berlin. Wir sind 2,2 Millionen Letten. Unsere Sprache ist uns aber gerade deshalb besonders wichtig. Lettisch ist mehr als Kommunikationsmittel. Lettisch bedeutet für uns Heimat", erklärte Dace Kazaka den interessierten Schülern. Auch berichtete sie über ihre Arbeit im Rigaer Justizministerium und stellte sich vielen Fragen, besonders zu dem Verhältnis zwischen Russen und Letten. Die russischen Letten stellen die bedeutendste Minderheit in dem kleinen Land.
"Manchmal ist das Miteinander nicht ganz einfach. Ich habe aber sehr viele russische Freunde und selbst noch nie Probleme erlebt", erzählt die junge Politologin.
Christel Happach-Kasan freut sich, dass ihre Praktikantin Gelegenheit hat, persönlich aus ihrem Land und von den vielen Traditionen zu berichten. Als Vorsitzende der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags setzt sie sich auch für einen engeren Jugend-Austausch der Länder ein. "Dabei sind die Informationen aus erster Hand doch immer viel spannender, als ein Blick in die Schulbücher", weiß die gelernte Biologie- und Mathematiklehrerin. "Ich hoffe, dass die deutschen Schülerinnen und Schüler auch die kleinen europäischen Mitgliedstaaten entdecken. Das ist wichtig für Europa."



Schulbesuch auf lettisch