Güster ihre Direkt-Kandidaten für die Landtagswahl 2010 gewählt. Knapp
vierzig stimmberechtigte Mitglieder unterzogen die Kandidaten einer
ausführlichen und angeregten Befragung, bevor sie ihre Entscheidungen
fällten:
Im Norden des Kreises (WK38) tritt Christopher Vogt (25) an.
Der angehende Wirtschaftsingenieur stellte in den Mittelpunkt
seiner Vorstellung Fragen der Wirtschaft, der Infrastruktur und der
Generationengerechtigkeit in den Vordergrund. Verwaltungen als Dienstleister
zu verstehen, ermögliche, durch schnellere Genehmigungsverfahren,
Unternehmen und Arbeitsplätze zu stärken. "Wer einmal im Stau in die
Landeshauptstadt geschlichen ist, der weiss, wieviel beim Ausbau unseres
Straßennetzes versäumt wurde.", sagte der Kandidat aus Nusse. Vogt war von
den Jungen Liberalen als ihr Spitzenkandidat nominiert worden. Er kündigte
an, auf der FDP-Landesvertreterversammlung auf einem aussichtsreichen
Listenplatz anzutreten.
Susanne Itzerott (60) aus Wohltorf und Joachim Knüppel (54) aus
Geesthacht bewarben sich um den Wahlkreis 39, Lauenburg-Mitte. Knüppel, von
Beruf Polizist und engagierter Kommunalpolitiker, ist in der vorletzten
Kommunalwahlperiode zur FDP gestoßen. Susanne Itzerott ist seit vielen
Jahren die soziale Stimme der FDP, im Kreistag ebenso wie im
Kreisvorstand. Sie setzte sich für eine gebundene Ganztagsschule in
Lauenburg ein. Die Wahl fiel den FDP-Mitgliedern nicht leicht. So gab es
neben 20 Stimmen für Itzerott und 9 für Knüppel auch eine größere Anzahl von
Enthaltungen.
"Ich bin zuerst Bürger des Herzogtums, dann Schleswig-Holsteiner, dann
Deutscher und schließlich Europäer." Mit dieser Selbsteinordnung traf
Rüdiger Tonn (55) den Ton und den Nerv seiner Partei. 34 von 39 Stimmen
bedeuten Rückendeckung für seine politischen Vorhaben, die er mit
"der Sicherheit der Energieversorgung, zügigen Planungsverfahren und
Bürgernähe" umriss. Er kritisierte seinen SPD-Konkurrenten scharf, weil er
in Geesthacht andere Positionen vertritt als in Kiel. Tonn, der ebenso wie
Susanne Itzerott stellvertretender Vorsitzender der Kreistagsfraktion ist,
tritt bereits zum zweiten Mal in seinem Wahlkreis an. Er hatte 2005
maßgeblichen Anteil am guten Abschneiden der FDP im Kreis.
Die FDP-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Christel
Happach-Kasan bezeichnete in ihrer Begrüßungsrede die drei Amtszeiten
von rot-grün und Großer Koalition als "verloren". "Unsere Regierung ist
im Kern handlungsunfähig", stellte Happach-Kasan vor dem Hintergrund des
HSH-Nordbank Desasters fest. Bei der Kreisgebietsreform wurde nach Lösungen
für Probleme gesucht, die nicht vorhanden sind, die Schulreform bringt keine
zusätzliche Unterrichtsstunde, die Entbürokratisierung kommt nicht voran,
Klaus Schlie wurde von der eigenen Landesregierung im Stich gelassen. "Große
Koalitionen häufen große Probleme an, statt sie zu lösen", stellte sie fest
und erwartete ein Wahlergebnis "mindestens so gut wie bei der Kommunalwahl -
also deutlich zweistellig.



Susanne Itzerott